Jedes Mal, wenn wir auf einen Konflikt stoßen, wird unser inneres „Opferrolle“ aktiv und versucht uns zu hypnotisieren, indem es laut ruft: „Stell dich auf meine Seite, ich habe recht!“ Gleichzeitig meldet sich unser innerer „Autorrolle“ und sagt: „Hilf mir, meine Situation zu verstehen, ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen.“
Wenn du nicht länger das „Opfer“, sondern der „Autor“ bist, wirst du automatisch zum Führer in deinen Beziehungen. Ein „Beziehungsführer“ (relational leader) zeichnet sich durch besondere Eigenschaften aus: Er lernt und wächst aus vergangenen Erfahrungen, erwirbt neue Fähigkeiten, überwindet Schwierigkeiten und löst Probleme, um seine persönliche Kompetenz zu verbessern. Beziehungsführer suchen auch Unterstützung bei Mentoren oder Fachleuten, da sie verstehen, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist.
Der 4-Schritte-Weg von der „Opferrolle“ zur „Autorrolle“:
Um ein Beziehungsführer zu werden, müssen wir vier Schritte gehen:
1. Eingestehen, dass man in einer schwierigen Lage steckt, und den Mut haben, um Hilfe zu bitten
Der erste Schritt erfordert, dass wir uns eingestehen, dass wir mit unserem eigenen Verständnis an Grenzen stoßen. Wir können uns selbst sagen:
„Ich weiß nicht, was ich tun soll.“
„Ich stecke fest und komme nicht weiter.“
„Ich brauche Hilfe.“

Nimm dir dann einen Moment Zeit, um zu spüren, wie es sich anfühlt, das Chaos in deinem Leben anzuerkennen.
2. Verantwortung für das gewünschte Ergebnis übernehmen
Dieser Schritt verlangt von uns, die Verantwortung für unsere eigenen Fehler zu übernehmen. Wir müssen anerkennen, wo wir selbst versagt haben oder etwas schiefgelaufen ist. Es geht darum, Verantwortung für unser eigenes Handeln zu übernehmen, da wir die Fehler anderer nicht ändern können. Stattdessen sollten wir bei dem beginnen, was wir selbst beeinflussen können – unsere Gedanken, Überzeugungen, Einstellungen und unser Verhalten.
Beispielsweise könntest du in einem Gespräch mit deinem erwachsenen Kind, das sich lange nicht gemeldet hat, aufhören, Vorwürfe zu machen, und stattdessen deine Gefühle ausdrücken:
„Ich war traurig, weil ich keinen Anruf von dir erhalten habe.“
Dieser Schritt hilft uns auch, unseren Fokus auf unsere eigenen Bedürfnisse zu richten, anstatt die Schuld auf die andere Person zu schieben. So können wir Heilung und inneren Frieden finden.
3. Stetiges Lernen, Wachsen und Weiterentwickeln
Um die Opferrolle wirklich hinter uns zu lassen, müssen wir eine lernbereite Haltung einnehmen. Lies beispielsweise Bücher zum Thema Konfliktbewältigung oder entdecke unsere sorgfältig gestalteten Artikel auf ichbinwert.de. Sie helfen dir, die Fähigkeiten zu entwickeln, die du benötigst, um Konflikte erfolgreich zu meistern.

In Beziehungen werden wir immer wieder ins „Tal des Opfers“ fallen. Doch wenn wir bereit sind zu lernen, werden wir in diesem Prozess feststellen, dass wir Schritt für Schritt näher an unser Ziel kommen – den Übergang vom Opfer zum Autor.
4. Konflikte annehmen und lösen
Zusätzlich zu den ersten drei Schritten sollten wir unsere eigene Einstellung zu Konflikten hinterfragen. Denke daran: Der Konflikt selbst ist nicht das Problem, sondern die Art und Weise, wie wir damit umgehen. Konstruktive Auseinandersetzungen sind ein wesentlicher Bestandteil des Übergangs vom Opfer zum Autor und eine unverzichtbare Grundlage für einen Beziehungsführer.
Wenn wir Konflikten immer nur ausweichen oder so tun, als ob sie nicht existieren, können wir niemals Beziehungsführer werden. Suche dir ein reales Vorbild, das dich inspiriert, und lass dich davon ermutigen, dich Herausforderungen zu stellen. Erinnere dich daran: Auch wenn du fällst, kannst du wieder aufstehen.
Sei sanft zu dir selbst
Falls du noch in der Opferrolle steckst oder dich dabei ertappst, andere zu beschuldigen, sei nicht zu streng mit dir selbst. Viele Menschen, die heute als „Autoren“ ihrer Beziehungen gelten, tragen tief in ihrem Inneren immer noch ein „Opfer“ in sich. Dieses Opfer meldet sich gelegentlich zu Wort, klammert sich an die Hoffnung, von anderen gerettet zu werden, und versucht, die eigenen Gefühle zu vermeiden.
Doch letztlich werden wir alle lernen, Verantwortung zu übernehmen, neue Wege zu gehen und aus unseren Erfahrungen zu wachsen, um wieder zum „Führer“ in unseren Beziehungen zu werden.
Wenn Sie mehr über das Buch erfahren möchten, können Sie sich dieses Youtube-Interview mit dem Autor Jayson Gaddis ansehen:
▶️ Youtube-Interview
Sie können das Buch auch über diesen Amazon-Link kaufen (leider gibt es noch keine deutsche Version, nur die englische Ausgabe):
🛒 Amazon-Kauflink